Wetterpoker vom Feinsten erlebten die Junioren am Donnerstag.
Während Sie am Dienstag ihre Flugzeuge zwar aufrüsten, aber nicht in die Startaufstellung schieben mussten, gab's zwei
Tage später das volle Programm: Zwar hatte ein verheißungsvoller Zettel an der Pinnwand das erste Briefing erst
für 11:30 Uhr angekündigt, danach musste es aber relativ schnell gehen - erster Start erwartet um 13 Uhr. Nachdem die
Piloten zuvor mächtig gemauert hatten ob des grauen Himmels, der sich ihnen seit den frühen Morgenstunden darbot, brach
nun die allgemeine Hektik aus. Und der Schweiß floss in Strömen, denn die schwüle Hitze trotz 7½ Achteln war
erdrückend. "Das nennt man Warmluftadvektion", erfolgte sogleich die Belehrung.
Um sich die Wartezeit auf den Start bei diesem überwältigenden
Hammerwetter zu verkürzen, sendeten bislang noch unbekannte Täter höchst erotische Stöhnereien über den
Äther. Dass sich nur wenige Sekunden später auf der selben Frequenz die Burgdorfer Schleppmaschine ankündigte,
ließ wilde Spekulationen über die Gedanken des Piloten während des Anfluges zu...
Kurz nach eins dann startete die Wettbewerbsleitung mit der Regent zu
einem Wetterflug, der mit einem netten Summer über das Teilnehmerfeld endete und die Neutralisation des Tages zur Folge
hatte - in der Ferne waren die ersten Regengüsse zu erkennen, so dass die geplanten 158 km beziehungsweise knapp 200
Kilometer wohl kaum hätten verwirklicht werden können.
So gab sich also jeder der Langeweile eines neutralisierten Tages hin:
Die einen gingen schwimmen in der nahegelegenen Kiesgrube, andere erkundeten die schöne Stadt Gifhorn und ihre Umgebung, und
einer ließ sich sogar zu einem Besuch beim Zahnarzt hinreißen. Fliegerisch aktiv wurden nochmals einige Piloten am
Abend, als man sich entschloss, doch noch ein 300er Dreieck aufzuschreiben. Das besondere daran: Draußen wurde es langsam
Dunkel, und die Piloten konsumierten Bier in Strömen - beim Fliegen! Das lag aber einzig und allein daran, dass der gesamte
Flug nur auf dem Spielbrett des Segelfliegerspiels stattfand, einer ICAO-Karte mit aufgemalten Bärten und allerhand
Ereigniskarten, die das Spiel zu einer wahren Herausforderung werden ließen. Aber zum Glück versetzen einen die
Bärte im realen Leben nicht von der Elbe ins Ruhrgebiet...