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Aktuelle Infos aus dem Vereinsleben

Im LSV wirds psychedelisch...

Geschrieben von Webmaster am .

In einem der letzten Artikel hatten wir erwähnt, dass die Jugendgruppe gerade einen alten Polo zum neuen Rückholfahrzeug - LEPO genannt - umbaut. Die Schweißarbeiten haben wir noch vor Weihnachten fertigbekommen, jetzt soll das Gerät noch eine fetzige Lackierung bekommen. Zudem sind auch an einigen Stellen Rost und Gammel zugegen. Also haben sich einige der Jugendgruppenmitglieder inklusiver der Jüngsten Flex, Drahtbürsten und Sandpapier geschnappt und sind dem mausgrauen Lack zuleibe gerückt. Womit wir nicht rechneten, was dann zutage kam... Aber seht selbst ;-)

Psychedelische Lackierungen auf dem alten Polo

Nein, um gleich den Verdächtigungen vorzubeugen, das basiert nicht auf den Erfahrungen mit bewußtseinserweiternden Substanzen unsererseits - die Lackschichten fanden sich an allen Stellen auf dem Fahrzeug. Da müssen wohl eher die Vorbesitzer geübt haben ;-)

Der Lack ist jetzt zumindest weitgehend ab und die Entwürfe sehen gelbe Rallyestreifen auf schwarzem Grund vor. Schauen wir mal, wie er dann aussieht.

Ansonsten gibt es auch noch ein kleines fliegerisches Highlight zu berichten: David Bente hat sich in den letzten Monaten im Umgang mit der Vereinsdimona, unserem Motorsegler schulen lassen. Das war jetzt beendet und so hat er am Sonntag noch die Prüfung abgelegt. Mit Helga auf dem Beifahrersitz ging es erst nach Hodenhagen, dann nach Braunschweig und schließlich wieder nach Hause. Helga war zufrieden und somit darf David dann, wenn die Behörde den Schein hergeschickt hat (was selten länger als eine Woche dauert...) allein los.

Mit der Dimona in den Sonnenuntergang

Solche Bilder dürfte David dann sicher auch ab und an genießen dürfen. David, alles Gute und immer eine sichere Landung!

Neujahrsfliegen 2020

Geschrieben von Webmaster am .

Heute haben wir den 01.01.2020 - Neujahr. Wenn man es dann hinbekommt, nicht mehr allzuviel Morgen nach dem Abend davor zu spüren, das Wetter glasklaren Sonnenschein hat und man dann noch Flugzeuge einsatzklar in der Halle weiß, kann es ja fast schon losgehen. Den Plan hatten David und Martin im Hinterkopf, ließen Silvester das letzte Bier weg und sind gegen Mittag am Neujahrsmorgen auf den Flugplatz in Wilsche gefahren. Eigentlich war das offizielle Neujahrsfliegen im Verein erst am Samstag, aber der Wetterbericht war sehr deutlich der Meinung, daß es an dem Tag nix wird. Dann also jetzt.

In Braunschweig war as Wetter noch gut, aber genau bei Gifhorn sind wir dann in die Pampe gefahren - Nebel mit Sichtweiten unter 50m. Na ob das noch was wird? Am Platz begann es dann aber aufzureißen. 15° über Horizont, höher kommt die Sonne jetzt nicht und entsprechend zäh hängt der Dreck drin.

Sonnenhöchststand und Reste des Nebels

Mit dem Ausräumen der Dimona und Savage "Rudi" waren dann auch die letzten Nebelreste weg, nur die Kondensfeuchtigkeit in der Haube hielt sich, bis der Motor warm war. Dann drehte Uwe drei Runden mit der Dimona und danach war David dran. Martin war derweil schon mit Rudi gestartet und es bot sich ein herrlicher Blick auf die Landschaft, die sich nördlich noch teilweise in mehr oder weniger durchsichtigem Nebel verbarg. Interessant war, daß der Wind in der Höhe eine schwache Südwestkomponente hatte, der Nebel aber am Boden aus Nordwesten gezogen kam... Man konnte richtig erkennen, wie er die Wälder umfließt und sich dann irgendwann auflöste.

Nebel umfließt kleine Waldgebiete

So haben wir dann den Tag bis kurz vor den Sonnenuntergang genutzt und haben noch einen Ausflug bis Wolfenbüttel unternommen. Abends werfen auch Zwerge lange Schatten, so heißt es. Den Schatten des Sendemastes nördlich vom Flugplatz konnte man bei dem tiefen Sonnenstand kilometerweit sehen :-)

Links der Tragflächenstrebe: Kilometerlanger Schatten des Sendemastes

Gelandet sind wir dann ein paar Minuten vor Sonnenuntergang, damit wir die Technik nicht in völliger Dunkelheit einräumen müssen. Noch während die Flugzeuge draußen stehen, sorgt die in die Tiefen des Weltalls verschwindende Wärmestrahlung dafür, daß sich die Flügeloberseiten deutlich abkühlen. Die Reifschicht, die sich dann absetzte, überraschte uns alle doch recht deutlich, zumal die Lufttemperatur noch über 0°C lag. Immer wieder beeindruckend...

Gelandet und vor der Halle, fertig zum Einräumen

Bis dann alles in der Halle war, alle Bordbücher geschrieben und alles weggeräumt, war die Sonne dann lange weg. Ein letzter Hauch von Tageslicht ist nach Westen noch zu sehen nach einem unvergeßlichen Neujahrstag.

Der letzte Tagesschein am 01.01.2020

Die Weihnachtswelle

Geschrieben von Webmaster am .

Eigentlich ist die Aktivität der Mitglieder des LSV Gifhorn ab Anfang November in die Innenräume verlegt, um die Technik für die kommende Flugsaison 2020 wieder fit zu machen. Eigentlich, denn plötzlich brummt es auf dem Segelflugplatz in Wilsche und die Dimona, der Vereinsmotorsegler erhebt sich in die Luft. Erst Stunden später, gegen Sonnenuntergang, kommt das Flugzeug wieder und landet auf dem Platz. Man fragt sich, wie es so lange oben bleiben konnte, da der Tank definitiv nicht für die Flugzeit gereicht hätte.

Martin Pohl, Fluglehrer und begeisterter Wellenflieger im Verein, klärt das Geschehen auf, nachdem er aus der Dimona geklettert ist: „Üblicherweise nutzen wir Segelflieger thermische Aufwinde, die sich im Sommer bilden, wenn die Sonne den Boden erwärmt und die darüber befindliche warme Luft aufsteigt. Das gibt es aber bei dem flachen Sonnenstand im Winter nicht. Heute am Sonntag war dagegen sehr starker Wind aus Südwest vorhergesagt. Bei diesen Bedingungen kann es dazu kommen, dass die Luft im Lee, also hinter den Bergen in Schwingungen geraten kann. Immer dann, wenn die Luft in einer solchen sogenannten Leewelle dabei nach oben schwingt, kann man Höhe im Segelflug ohne Motor gewinnen. Das kann man genauso vorstellen, wie ein Surfer mit seinem Brett auf einer Wasserwelle surfen kann. In unserer Region kommt dabei in erster Linie der Harz in Frage. Im Lee des Brockens bilden sich regelmäßig solche Wellen.“

Der Propeller steht...

...und es gibt dennoch 1m/s Steigen :-)

Auch vom Boden aus sind diese Wellen leicht an linsenförmigen Wolken zu erkennen, die, obwohl der Wind sehr stark sein kann, stationär am Himmel stehen. Passend zur Form werden sie Altocumulus Lenticularis genannt. Am Sonntag, den 15.12. war so eine Wetterlage, die Martin Pohl und Nico Klingspohn mit der Dimona genutzt haben. So kamen sie auf etwas mehr als eine Stunde Segelflugzeit im Lee des Brockens. Genau über Wernigerode fand sich die Leewelle.

Am Dienstag, zwei Tage später war sogar noch eine bessere Wetterlage vorhergesagt, die sich Martin nicht entgehen lassen konnte. Zusammen mit Björn Köhnke sind die beiden am Vormittag mit der Dimona in den Harz geflogen. Schon in knapp über 1000m fand sich die Welle bei Hasserode, die sie dann bis fast 3000m Höhe mitgenommen hat.

 

Björn Köhnke (links) und Martin Pohl in der Leewelle des Brockens mit Lenticulariswolken im Hintergrund

An dem Tag konnten die beiden sogar mehr als drei Stunden Segelflug betreiben, bevor sie zum Sonnenuntergang wieder auf dem Flugplatz Wilsche gelandet sind.

Blick auf den Brocken auf dem Heimweg

Neben dem reinen Flugspaß dienen diese Flüge auch dazu, Daten über Häufigkeit und Intensität derartiger Wellenphänomene in der Atmosphäre zu gewinnen. Diese werden genutzt, um z.B. Turbulenzvorhersagen zu verbessern und somit die Sicherheit der Luftfahrt zu verbessern, damit Flugzeuge vor sehr starken Leewellen gewarnt werden können. Dazu werden Berichte über Leewellen und die vorgefundenen meteorologischen Bedingungen zentral gesammelt, um dann von meteorologischen Instituten, z.B. in Hannover oder Berlin, ausgewertet zu werden.

Der neue Pickup-LEPO

Geschrieben von Webmaster am .

Seit Jahren fahren bei uns auf dem Platz zwei ausrangierte Golfcaddys durch die Gegend und dienen uns als Rückholfahrzeuge für Flugzeuge oder die eine oder andere Besorgung. Da so ein Segelflugzeug ein paar 100kg wiegt und demzufolge auch ordentliche Zugkräfte erfordert, wenn man es mit einem Strick hinten am Caddy über den Platz zerrt, kann man sich gut vorstellen. Nach all der Zeit war es dann um den Motor des einen Caddys geschehen. Riß im Zylinder, Feierabend. Der fährt keinen Meter mehr.

Also brauchten wir was neues. Neuer Caddy? Die sind nicht unter vierstelligen Beträgen legal zu bekommen und der benachbarte Golfplatz wird es sicher auch bemerken, wenn einer fehlt ;-)

Die Idee war dann, einen alten Polo vom Autohändler zu holen. 300 kostete das gute Stück, das dann am Wochenende bei uns auf dem Platz stand. Mausgrau macht er nicht viel her, aber die Jugendgruppe hat Ideen. Ein Pickup zum schnellen Beladen solls werden, also her mit dem Dosenöffner. So schnappt sich Lasse die 2kW Flex.

Quer einmal quer durchsägen

Und dann das Dach hinter der B-Säule abschneiden

So kommen wir Samstag dazu, hinten das Dach und den Kofferraumdeckel abzuflexen. Dann bereiten die Jungs noch ein paar Stangen vor, die die fehlende Steifigkeit des Dachs wiederherstellen, indem sie zwischen der B-Säule und dem unteren Punkt der C-Säule eingeschweißt werden. Martin beobachtet das und empfiehlt noch die vollständige Verschweißung mit allen Blechen. Also geht es erst am Sonntag weiter.

Sonntag Morgen sind es Lasse und Martin, die Arbeiten fortsetzen. Lasse bereitet die Bleche vor, mit denen wir alle Teile der Karosserie an B- und C-Säule verbinden, um eine flächige und gleichmäßige Lasteinleitung zu bekommen. Da die Karosseriebleche weniger als 1mm dick sind, übernimmt Martin die Schweißarbeiten. Dann kommen die Stangen dran und Nachwuchsschweißer Lasse darf auch mal ran, die beiden Stangen einzusetzen. Auch eine Querstange hinter dem Dach wird eingezogen, damit die Steifigkeit reicht und sich keiner schneidet.

Feuer!!! Lasse beim Schweißen

Danach nimmt sich Martin noch die 2kW Flex und schleift das Querroht, an dem wir das Dachblech befestigt haben, glatt, damit man sich da nicht die Finger reißt.

Mehr Feuer!! Martin mit der großen Flex

Nach zwei Tagen Arbeiten haben wir unseren Mini-Pickup-LEPO fertig. Lasse posiert stolz :-) und der Spaß an der Sache ist Martin und Lasse deutlich anzusehen...

Dach runter, Streben rein. Der verzieht sich jetzt so schnell nicht.

Was jetzt nocg bleibt, hinten eine Seileinzugsvorrichtung zu befestigen, die das Schleppseil gleich automatisch einzieht. Und ein wenig Farbe soll er noch bekommen, dann kann es losgehen... Die Jugendgruppe hat auch da schon Ideen...

 

Werkstattsaison...

Geschrieben von Webmaster am .

Ende 2019, das Jahr hat nicht mehr allzu viel Zeit übrig für uns. Draußen ist es kalt und die Tageslänge kommt auch nur noch mit viel Mühe über acht Stunden. Wer jetzt meint, die Flieger hocken hinter dem Ofen, der irrt. Jeden Winter ist bei uns Bausaison, um die Technik wieder fit für die kommende Saison zu machen. Also bekommen nachvollziehbarerweise die Flugzeuge ihre Streicheleinheiten ab...

Ulf und Didi (rechts) polieren das Höhenleitwerk vom Discus

Draußen ist das Wetter so mies, daß man nichtmal einen Hund vor die Tür jagen möchte. Also nimmt Ulf seinen Schäferhund mit dem Gemüt eines Fleischerköters mit in die Werkstatt. Der läßt sich von dem Trubel nicht anstecken und mattet auf dem Werkstattboden ab...

Ulfs Hund hat die Ruhe weg...

Da es zumindest in der Halle keinen Wind und noch keine Minusgrade hat, hat auch die Winde schon eine Menge Pflege abbekommen. David, Felix und Inis haben hier schon viel Zeit in die Spulvorrichtungen und viele andere Technik investiert. Hier pulen Inis und Leon gerade die alte Sonnenschutzfolie ab, die es nach sechs Jahren UV hinter sich hat. Mühevoll, aber jetzt ist Platz für neue!

Inis und Leon mit den Stechbeiteln in Aktion

Währenddessen ist irgendwann Mittag. Martin ist derweil die gesamte Zeit in der Windenwerkstatt zugange. Dort hat er knapp 40kg Stahl in 15mm Stäben abgelegt. Was das wohl werden soll? Auf Nachfrage erzählt er, daß der alte Rost im Kamin nach 50 Jahren Einsart faktisch nicht mehr da ist. Schlicht wegoxidiert. Also hat er neues Rohmaterial gebaut. Mit einem kleinen Selbstbauschmiedeofen aus einem Ytongstein, der sich noch auf einem Schutthaufen fand, einem Gasbrenner und der Gasbuddel aus dem Wohnwagen biegt er die Enden krumm.

Irgendwann kommt bei allen von uns der Hunger. Im Wohnwagen finden sich noch ein paar Bockwurstbüchsen. Mit dem eh vorhandenen Gasbrenner und dem Schrauibstock als Ständer bekommt man die heiß ;-)

So macht man in der Werkstatt Bockwurst!!

Ein paar Minuten später können Martin, Inis, Leon, Steffen und David sich die BoWus schmecken lassen :-)

Am Abend sieht der neue Rost dann so aus, nachdem Martin alle abgelängten, gebogenen und positionierten Stäbe zusammengeschweißt hat. Mit Fest-Loslagerung sollten sich die Stäbe auch deutlich weniger verspannen, da sie nicht an beiden Enden festgeschweißt sind.

Da ist der neue Rost fertig. Eindeutig, welcher neu ist, oder ;-)

Aktuell findet bei uns jedes Wochenende Wartung in den Werkstätten statt. Los geht es erst wieder kommendes Jahr im März, bis dahin muß alles wieder hübsch poliert sein!

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