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Tag der offenen Tür am 2. und 3. September Flugplatz in Wilsche. |
2. und 3. 9. 2000: 50 Jahre LSV Gifhorn
Flugplatzfest des Luftsport-Verein Gifhorn
Nackenstarre war vorprogrammiert beim Flugtag des LSV Gifhorn am 2. und 3. September 2000. Denn zum 50-jährigen Bestehen unseres Vereins haben wir natürlich keine Kosten und Mühen gescheut, unseren Besuchern (es waren rund 2000 Erwachsene und unzählige Kinder) die Crème de la Crème des Luftsports zu präsentieren. Nur das Wetter konnte mit der Qualität des Programms nicht so ganz mithalten, was uns aber nicht wirklich große Probleme bereitete.
"Ein Spektakel rund um die gesamte Bandbreite des Luftsports" hatte Stadionsprecher Frank Martin vom Obergeschoss eines englischen Doppeldeckerbusses aus prophezeit, und genau dass gab es zwei Tage lang von morgens bis abends am Himmel über Wilsche zu sehen. Fallschirmsprünge, Motor- und Segelkunstflüge, Oldtimervorführungen (Boeing Stearman, Bücker 131) und vieles mehr begeisterten Jung und Alt, und wer mochte, konnte sich selbst bei einem Rundflug in die Lüfte trauen - zum Beispiel mit der Antonow AN-2 aus Magdeburg, dem größten Doppeldecker des Welt. Unvorstellbar: Das Teil wiegt rund drei Tonnen, aber kann mit 60 km/h (Vmin) durch die Gegend schaukeln! Neben den obligatorischen Rundflügen mit Seglern, Motorseglern und Sportflugzeugen standen auch Ultraleichtmaschinen und sogar ein Hubschrauber den Gästen für eine luftige Tour über Gifhorn und Umgebung zur Verfügung.
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Außer Motor- und Segelfug gab auch |
Von Frank Martin erfuhren die Besucher unter anderem auch, dass schon 1932 ein erster Flugtag in Gifhorn veranstaltet wurde und dass bis zum Zweiten Weltkrieg bereits Segelflug in Gifhorn betrieben wurde. Nach dem Krieg wurde dann 1950 der Luftsport-Verein Gifhorn gegründet, der in seiner Geschichte auf etliche sportliche Erfolge zurückblickt. Passend zur bewegten Geschichte des Vereins bewegte sich dann auch ein fast genau so altes Segelflugzeug durch die Lüfte - Jürgen Hagemann aus Hildesheim hatte sein Grunau Baby mitgebracht.
Wer sich eher weniger für Historisches interessierte und sich auch nicht von Bier, Bratwurst, Edgars berühmter Erbsensuppe oder gar Zuckerwatte beeindrucken ließ, schwenkte den Blick wieder zum Himmel und erblickte dort möglicherweise merkwürdig fliegende Flugzeuge - zum Beispiel den mehrfache Kunstflugmeister Wolfgang Dallach mit atemberaubenden Kunstflugfiguren in seiner Stevens Acro Diabol: Slippenderweise im Rückenflug in Ameisenkniehöhe über den Flugplatz zu brezeln hat schon was! Ähnliches zeigte auch der amtierende deutsche Motorkunstflug-Meister Rolf Hankers, der mit seinem Eigenbau RV-4 zahlreiche Loopings, Turns und gerissene Rollen flog. Nicht ganz so wendig, aber dafür viel schneller und viel lauter waren die russischen Jagdflugzeuge Yak-50 und Yak-52, die sogar Gäste auf Kunstflüge mitnahmen. Ein willkommenes Angebot für alle, denen Achterbahnfahren viel zu langweilig ist (aber es ist billiger!).
Für Ruhe sorgte dann Kai Gonnet aus Fallersleben. Er führte nämlich Kunstflug mit einem Segelflugzeug vom Typ SZD-59 vor - und Segelflugzeuge haben bekanntlich keinen Motor. Des Besondere daran: Kai kommentierte während seiner Vorführungen live aus dem Cockpit!
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Immer wieder faszinierend, egal ob ohne oder mit Motor: Flugzeug beim Kunstflug |
Sonntag dann wurde es feierlich auf dem Flugplatz, als mit rund 100 Gästen das Vereinsjubiläum begangen wurde. Neben zahlreichen Grußworten von Prominenz aus Stadt- und Landkreis gab Ehren- und Gründungsmitglied Horst Wittich einige Anekdoten aus der Anfangszeit des Luftsport-Vereins preis, berichtete unter anderem von den Problemen beim Bau des ersten Segelflugzeuges 1953 und erinnerte sich an einige Geschichten, die heute schon fast unglaublich klingen. Sie hier wiederzugeben wäre müßig - man muss schon Horst und seine ganz spezielle Art des Erzählens erleben.
Im Großen und Ganzen hatten wir (abgesehen vom Wetter) jedenfalls ein tolles Wochenende, und die Arbeit, die wir für den Flugtag investiert haben, hat sich gelohnt. In zwei Jahren sehen wir uns wieder!
| Helge Zembold |