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Segelfliegen unter der sengenden Sonne Südafrikas

LSV-Pilot Tassilo Bode will die Weltspitze aufmischen

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Tassilo und Uwe bei der Überprüfung der Bordinstrumente


Die Spannung steigt: Seit dem 17. Dezember finden in Südafrika die Segelflug-Weltmeisterschaften, und Tassilo geht als einer der jüngsten Teilnehmer an den Start. Austragungsort der WM ist Mafikeng, rund 300 Kilometer östlich von Johannesburg.

Vorbereitet auf seinen bislang anspruchsvollsten Wettbewerb hat sich der 28-Jährige in den vergangenen Wochen hauptsächlich mental. Zu dieser Art von Training gehört beispielsweise das Einprägen von Geländemerkmalen anhand von Kartenmaterial. "So kann ich mich im Wettbewerb voll und ganz auf das eigentliche Fliegen konzentrieren und muss nicht so oft auf die Karte schauen, um zu navigieren", erklärt Tassilo.

Erfahrungen mit der südafrikanischen Landschaft hat der Fluglehrer schon im vergangenen Jahr bei der Vor-Weltmeisterschaft in Mafikeng sammeln können (siehe Berichte auf unserer Homepage). Deshalb weiß er: "In Südafrika sind extreme und unvorhersehbare Wetterlagen nahezu an der Tagesordnung." Vor allem auf rasche Wetteränderungen und starke Gewitterneigung muss sich der Wolfsburger gefasst machen. Um optimal für die WM gewappnet zu sein, standen in dieser Segelflugsaison etliche Wettbewerbe sowie Trainingslager mit der Nationalmannschaft auf seinem Trainingsplan.

Vor Beginn der eigentlichen Weltmeisterschaft hatten Tassilo und sein Teampartner Michael Sommer aus Süddeutschland noch eine Woche Zeit, sich in Mafikeng auf die örtlichen Gegebenheiten einzustellen und gemeinsame Trainingsflüge zu absolvieren. Starten wird Bode in der leistungsstarken Offenen Klasse mit seinem Segelflugzeug vom Typ ASW 22 BLE. Die Maschine hat eine Spannweite von rund 28 Metern und kann bei Windstille aus 1000 Metern Flughöhe rund 60 Kilometer im Gleitflug zurücklegen. Um bei schlechtem Wetter Außenlandungen in abgelegenem Gelände zu vermeiden, ist in der "VB", so das Wettbewerbskennzeichen des Fliegers, ein Motor im Rumpf eingebaut. Er kann in einem solchen Fall ausgeklappt werden, um einen sicheren Heimflug zu ermöglichen.

Auch Bodes Helfer, die LSV-Mitglieder Christian Hartenstein, Uwe Menge und Inge Leppin, rüsten sich für den bevorstehenden Wettbewerb. "Wir müssen zum Beispiel einen internationalen Führerschein besorgen und uns gegen Malaria und Hepatitis impfen lassen", berichtet Christian. Die "VB" indes hat ihre Reise nach Südafrika schon lange hinter sich und ist schon vor einigen Wochen der Südhalbkugel eingetroffen.

20 Mitstreiter sind neben Bode noch in der Offenen Klasse gemeldet, darunter auch der amtierende Weltmeister, der Hamburger Holger Karow. Insgesamt gehen in Mafikeng 69 Teilnehmer aus 20 Nationen in drei Flugzeugklassen an den Start. Über konkrete Titelhoffnungen bei der Weltmeisterschaft spricht Tassilo nicht: "Ich bin noch sehr jung, und es ist meine erste WM." Aber: "Eine Platzierung in der ersten Hälfte ist auf jeden Fall machbar." Wir drücken die Daumen.

Der Deutsche Aero Club bietet auf seiner Internetseite ständig (ca. 2-3 mal pro Tag) aktualisierte Informationen über diese WM.

1.12.2001
Helge Zembold