Sommerfluglager in Isny

Geschrieben von Webmaster am .

Letztes Jahr fand unser Vereinsfluglager "zu Hause" auf der heimischen Scholle statt. Dieses Jahr sollte es dann mal an einen anderen Platz gehen, also haben wir uns im Winter für Isny im Donautal entschieden.

Die Alpen sind in Reichweite...

Fliegerisch sind wir dabei alle auf die Kosten gekommen. Damit auch die Daheimgebliebenen noch etwas davon haben, hat Sabine noch einen kleinen Bericht dazu verfasst.

Sommerlager in Isny – wenn man eine Reise tut..

So wurde nach einem Fluglager im letzten Jahr am Heimatflugplatz beschlossen, dass es doch eine richtig tolle Idee wäre mal an einen anderen Flugplatz zu fahren und zu schauen wie die Thermik anderswo aussieht. Oder wie die Gegend woanders ausschaut und ob das Essen schmeckt – Gründe gibt es viele.
Und so machten sich die Gifhorner Flieger dieses Jahr auf in das Allgäu zu fahren. In verschiedenen Gruppen, Anreiseeinrichtungen und Verkehrsmitteln. Von Fahrrad über Flugzeug bis schnöde mit dem Auto war alles dabei, verstärkt wurden wir von einer Abordnung des Aero Club Braunschweig.
Am Freitag 29.7. kam die Vorhut in Form von einer LSV-Familie und einem Braunschweiger in Isny an und wurde gleich vom Fluglagerbeauftragten Erwin empfangen (zwar mit dem Satz „ihr kommt aber nicht aus dem Norden?!“, was in Anbetracht der sprachlichen Einfärbung durchaus verständlich war. ) und bekam die ersten Eindrücke der Gegend (hügelig) und auch der Einrichtungen am Flugplatz (sehr komfortabel).

Isny von oben

Am darauffolgenden Tag so gegen Nachmittag und Abend erreichte dann ein Großteil der restlichen Belegschaft das Ziel. Die Vorhut verkürzte sich die Zeit mit Einkaufen – was angesichts der erwarteten Teilnehmerzahl in einem beinahe leergekauften Rewe endete. Auch die vollgepackte Dimona landete mit Dennis und Nicolas in Isny – Kommentar: „Wir hatten sogar noch 2kg Reserve!“ In Anbetracht der Menge des mitgeführten Gepäcks wirkt das zunächst verwunderlich wirken. Bei leichten Piloten ist das aber durchaus möglich – wie bewiesen. Der nächste Morgen begann mit einem „Wandertag“: Erwin zeigte uns den Flugplatz von unten mit allen Landefeldern, allen unlandbaren Bereichen und sonstigen Besonderheiten. Hier stellte sich heraus, dass eine Ziellandung durchaus angemessen ist und nicht jeder Flugplatz so groß ist und so viel Platz bietet wie Wilsche. Bei der Startrichtung West ist das Landefeld in Isny 30 m breit und 250 m lang. Der Anflug ist frei und es stehen keine Bäume im Weg, so dass eine schöne Ziellandung auch möglich ist. Einzig der kreuzende und gut frequentierte Wanderweg am direkten Bahnanfang bedarf der Beachtung. Dafür ist der Segelflug als Sport durchaus sichtbar, denn alle Wandernden und Radfahrenden müssen stehenbleiben und die landenden Flugzeuge begutachten. Dafür sorgt dann die Bodencrew – schließlich soll sich keiner langweilen, nicht wahr?

Fliegerfreunde beim Flugbetrieb

Ist man im Anflug nur ein wenig zu hoch oder zu schnell rollt man gerne in die dem Landefeld folgende Wiese. Da die vom Bauern bewirtschaftet wird, muss erst das Flugzeug rausgeschoben werden ohne viel zu zertrampeln. Es lohnt sich also, den Anflug zum einen gut zu planen und auch wirklich „schöne“ Platzrunden zu machen damit das genau nicht passiert. Oder aber gleich die Möglichkeit der Landung auf der hinter dem bewirtschafteten Feld gelegene Motorflugpiste zu nutzen. Das Zurückschieben zum Start erfolgt dann in Absprache mit demselben, sonst hält man dabei den ganzen Betrieb auf.

Mit dem Arcus in den Alpen

Der Betrieb war mit den 15 Flugzeugen, die Aeroclub und LSV mit nach Isny gebracht hatten, dann auch durchaus größer. Jedes Flugzeug musste am Start einen Platz bekommen, an dem es weder im Weg steht noch für das jeweils startende Flugzeug gefährlich werden kann. In Anbetracht der Tatsache, dass der Flugplatz insgesamt nur 60 m breit ist, war das eine gewisse Herausforderung. Bei der durchaus guten Thermik sind aber alle Teilnehmenden zu ihrem Recht gekommen. So konnten viele Überlandflüge durchgeführt werden, die wahlweise in die Alpen oder aber in Richtung schwäbischer Alb gingen. Denn von Isny aus sind sowohl die Alb als auch die Alpen erreichbar und luden zu ausgedehnten Flügen ein. Die Alpen waren jedoch aufgrund der in Österreich immer noch geltenden ELT-Pflicht nur mit Arcus und Dimona wirklich tief nutzbar, alle anderen Flugzeuge mussten auf deutscher Seite bleiben und durften damit die Alpen nur berühren. Die Dimona wurde zu einigen Flügen nach Innsbruck genutzt.

Mit der Dimona im Anflug auf Innsbruck

Neben den Streckenflügen wurde viel geschult. Wahlweise auf der ASK21 des Landesverbandes oder auf der DG500 des LSV. Hier haben wir zusammengehalten und die vorhandenen Lehrer wurden mehr oder minder gerecht auf die vielen SchülerInnen aufgeteilt. In den eigenen Schülerreihen gab es zwei Ausbildungserfolge zu verzeichnen: Nick hat die „C“ Prüfung bestanden und Felix durfte in Isny seinen ersten Alleinflug durchführen.

Alleinflieger Felix mit Fluglehrern Dennis und David

Im Gegensatz zur Heide war das Voralpenland im August auch noch grün und wir haben etwas gesehen was es im Norden der Republik eher viel zu wenig gab: Regen. An mehreren Tagen zogen Schauer und Gewitter über uns hinweg, so dass so manches Zelt mit der Bezeichnung „Haus am (im) See“ belegt werden konnte. Meistens blieben die Behausungen am bzw. im Wasser dann zum Glück doch dicht, auch wenn die Nässe mit der Bemaßung „3 Nass“ angegeben wurde.

Gipfelstürmer Jugendgruppe (Alternativprogramm Radfahren)

Die Schlechtwettertage wurden zum Wandern und Radfahren genutzt. Je nach Schrittlänge und sportlichem Anspruch ging es wahlweise auf die Adelegg (schwarzer Grat) oder woanders hoch, das erstgenannte Ziel eignete sich auch fürs E-Mountainbiken. Der schwarze Grat der Adelegg ist 1100m hoch und diesen hatten wir in den Tagen davor noch aus der Luft bewundert. Leider blieb der Blick auf den Flugplatz etwas nebulös, wobei das nichts mit dem Genuss der Produkte aus der lokalen Brauerei zu tun hatte, sondern mit einem Tief und dessen herannahender Kaltfront. Der übliche Begriff für die Sicht lässt sich auch mit „Trübe Suppe“ umschreiben.

Von der Adelegg auf den Flugplatz geschaut

Die örtliche Brauerei hieß im Übrigen „Stolz“, hieraus entstehen schöne Wortspiele. So war das Bergfest auf einem Wirtshof in Laufweite, der uns mit den leckersten Käsespätzlen versorgte. Die Laufweite sorgte dafür, dass ein jeder seinen ‚Stolz‘ oder einen entsprechenden Anteil davon sicher nach Hause bringen konnte, ohne seinen Flug- oder Führerschein zu gefährden. Denn „voller Stolz gingen sie nach Hause“ wie es in der Anpreisung des Hopfenextraktes so schön heißt.

Auch sonst hatte die kulinarische Versorgung einiges zu bieten. Wir nutzten die Küche und kochten selbst, das allerdings stellte durchaus eine Herausforderung dar: Jeden Tag für bis zu 40 Personen ein Essen auf den Tisch zu bringen und es zu schaffen, dass die Küche weder verliert (dann bleiben Leute hungrig) oder mit zu viel Abstand gewinnt (dann haben wir Reste, die am nächsten Tag kreativ mit verwertet werden müssen). Meistens klappte es jedoch ganz gut und wir waren sehr gut versorgt, der Kühlschrank gefüllt und Getränke vorhanden.

 

Essen fassen!

Und auch in der Fremde findet man Freunde: Zum einen eine große Anzahl fliegerischer Freunde in weiß und schwarz oder auch menschliche Fliegerkameraden mit denen man sich prima versteht. Die erstgenannten Freunde haben die Kreisflugregeln weniger verinnerlicht als ihre menschlichen Mitkreisenden. In diesem Sinne: Nach dem Fluglager ist vor dem Fluglager!

 

Alle Teilnehmer des Fluglagers